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  24.08.2009 - Ein verrücktes Auftaktspiel  
   
 
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Zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft der Frauen erlebten die Zuschauer beim ersten Spiel der deutschen Damen gegen Norwegen am Montag-Nachmittag im finnischen Tampere ein wirklich »verrücktes« Match.

Das Team von Nationaltrainerin Silvia Neid machte gleich vom Start weg deutlich, dass es die ersten drei Punkte in der Gruppe B unter allen Umständen sicherstellen wollte. Schon nach drei Minuten schickte Inka Grings den ersten scharfen Schuss Richtung Tor von Ingrid Hjelmseth, der das Gehäuse um rund einen Meter verfehlte. Wenige Sekunden später fing die norwegische Torfrau, die – das darf man vorwegnehmen – das Spiel ihres Lebens machte, eine scharfe Hereingabe von Melanie Behringer ab.

In der 13. Minute brandete Jubel auf im deutschen Team, als Inka Grings nach einer genau getimten Flanke von rechts den Ball unhaltbar einköpfte, doch hatte die Duisburgerin bei der Ballabgabe im Abseits gestanden, so dass der Treffer natürlich nicht anerkannt werden konnte. Deutschland blieb am »Drücker«, produzierte eine Möglichkeit nach der anderen, nur der finale Erfolg in Form eines Treffers blieb bis weit in die erste Halbzeit aus. Nachdem Birgit Prinz in der 24. Minute im Strafraum zu Fall gekommen war, ohne das dies geahndet wurde, bekam die Sturmführerin neun Minuten später – völlig zu Recht – einen Elfmeter zugesprochen, nachdem sie von ihrer Gegenspielerin im Fünf-Meter-Raum in der Nähe der Torauslinie zu Boden gestoßen worden war.

Linda Bresonik trat an, und obwohl Ingrid Hjelmsoth die Ecke ahnte und mit der rechten Hand am Ball war, konnte sie die 1:0-Führung des Titelverteidigers nicht verhindern. Zwei Minuten danach hatte Norwegen nach einem deutschen Abwehrfehler eine gute Möglichkeit zum Ausgleich, es blieb bis zum Wechsel allerdings die einzige. Dagegen vergaben Kerstin Garefrekes (38.) mit einem Kopfball aus kürzester Distanz, den Hjelmsoth mit einer »Blitzreaktion« über die Latte lenkte, Birgit Prinz aus sieben Metern nach Vorlage von Behringer (45.) und Melanie Behringer selbst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach einem schnellen Konter auf Vorlage von Inka Grings drei glasklare Möglichkeiten, die die Partie schon hätten entscheiden können.
 
 
Nach dem Wechsel kam Norwegen besser ins Spiel, nach knapp einer Stunde war die deutsche Abwehr sogar kurzzeitig unter Druck, und Nadine Angerer musste nach einer unübersichtlichen Situation in ihrem »Hoheitsgebiet« Kopf und Kragen riskieren und danach sogar für einige Minuten behandelt werden, konnte mit einer kleinen Wunde an der Stirn aber weitermachen. Die letzten 25 Minuten gehörten dann aber eindeutig dem deutschen Team, das wirklich stark spielte und es nur versäumte, den Sack zuzumachen. So spielte Linda Bresonik zum Beispiel nach 77 Minuten drei Gegenspielerinnen aus, »drosch« den Ball dann aber aus 15 Metern über das Tor.

In der 85. Minute hatte Ingrid Hjelmsoth noch einen Gala-Auftritt, als sie einen Schuss von Fatmire Bajramaj aus ganz kurzer Distanz abwehren konnte. Drei Minuten später traf Celia Okoyino da Mbabi aus sechs Metern den Pfosten, 30 Sekunden danach schoss Bresonik im Strafraum aus bester Position eine Gegenspielerin an. Die katastrophale Chancenverwertung hätte Deutschland in 89. Minute beinahe um den erfolg gebracht, nach einer Zwei-gegen-Zwei-Situation stand eine norwegische Stürmerin frei vor Nadine Angerer, doch die wehrte glänzend ab.

Aus dieser Szene entwickelte sich ein schneller Gegenzug über drei Stationen zur eingewechselten Anja Mittag, die sah die freistehende Fatmire Bajramaj, und die wiederum schob den quer gespielten Ball endlich zum 2:0 ins norwegische Tor (90.). In der vierminütigen Nachspielzeit brachen bei Norwegen alle Dämme, Anja Mittag mit einem abgefälschten Schuss aus 17 Metern (92.) und nochmals Fatmire Bajramaj nach einem weiteren Lattentreffer von Mittag (94.) stellten innerhalb kürzester Zeit den 4:0-Endstand her.

Damit dürfte das Erreichen der Zwischenrunde schon nach dem ersten Spieltag, an dem Frankreich im zweiten Spiel Außenseiter Island nach Rückstand noch mit 3:1 bezwang, sichergestellt sein. Am Donnerstag geht es gegen die Französinnen bereits um den Gruppensieg.

Zu den Fotos: Linda Bresonik (oben) brachte Deutschland per Strafstoß in Führung; Anja Mittag freut sich mit Fatmire Bajramaj über deren Treffer zum 4:0-Endstand (unten)