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  27.08.2009 - So sehen Europameisterinnen aus!  
   
 
Wer die deutsche Frauen-Nationalmannschaft schon häufiger oder gar regelmäßig anschaut, der kann einfach nicht anders, als bei der momentanen Elf von einer der besten Teams aller Zeiten zu sprechen. Vier Tage nach dem schon in vielen Belangen absolut überzeugenden 4:0-Sieg über den zweifachen Europameister Norwegen legte die Mannschaft von Silvia Neid noch eins drauf und fegte die französische Mannschaft, die am ersten Spieltag Island nach einem 0:1-Rückstand noch mit 3:1 bezwungen hatte, am Donnerstag in Tampere mit sage und schreibe 5:1 vom Platz. Nach einer sensationellen ersten Hälfte ließ das Defensiv-Verhalten der Deutschen über eine längere Phase im zweiten Durchgang zwar zu wünschen übrig, aber die überragende Offensiv-Abteilung, in der es keinen Ausfall gab, kompensierte diese Schwächen ein ums andere Mal.

Nach zehn Minuten verteilten Spiels führte gleich die erste Chance der Deutschen zum 1:0. Inka Grings, die quirlige Duisburgerin, die heute ihr 74. Länderspiel machte, setzte Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz (194. Einsatz) aus halblinker Position in Szene, brachte sich dann blitzschnell selbst wieder in Stellung und nickte die präzise Flanke der Frankfurterin aus zwei Metern Entfernung problemlos über die Linie. Acht Minuten später sahen die Zuschauer ein »Tor des Monats« von Annike Krahn. Nachdem Melanie Behringer zunächst aus acht Metern ein Abwehrbein der Französinnen angeschossen hatte, wurde auch der anschließende Eckball scheinbar abgewehrt. Krahn setzte dem Ball nach, man war schon fast versucht zu rufen »Mädchen, stopp den Ball doch mal«, doch die 24-jährige Duisburgerin hatte eine andere Idee.

Als der Ball bei etwa 25 Metern angekommen war, knallte sie ihn aus der Drehung Richtung französisches Tor und konnte es fast selbst nicht glauben, dass er unter der Latte zum 2:0 einschlug. Ein wirkliches »Hammertor«! »Ich wusste nicht, wohin mit dem Ball. Da habe ich einfach mal draufgehalten und es hat geklappt« sagte sie nach dem Spiel. Trotz des ebenso frühen wie klaren Rückstandes nahm Frankreich die »Verfolgung« auf, und in der 20. Minute musste die Hamburgerin Kim Kulig, die auch bei ihrem zweiten EM-Auftritt überzeugte, die erste große Chance der »Equipe Tricolore« zunichte machen. Sechs Minuten später strich ein Linksschuss von Elodie Thomis am linken Pfosten des deutschen Tores vorbei, aber Nadine Angerer war im bedrohten Eck und hätte den Ball, wäre er näher ans Tor gekommen, vermutlich abgewehrt.

Danach verflachte die Begegnung ein wenig, aber unmittelbar vor der Halbzeit sorgte Melanie Behringer mit einem direkt verwandelten Freistoß von der linken Seite urplötzlich für die Vorentscheidung. Die 23-jährige Stürmerin des FC Bayern, die gegen Norwegen beste Möglichkeiten in Serie ausgelassen hatte, zog den Ball scharf in den französischen Fünf-Meter-Raum, Inka Grings irritierte die französische Torhüterin Bouhaddi, das Leder tickte kurz vor ihr auf und ging dann zum 3:0 in die Maschen.
 
 
Nach dem Wechsel kam die wieder genesene Simone Laudehr für Behringer, und es dauerte keine zwei Minuten, bis Deutschland erhöhen konnte Nach einem Handspiel von Sonia Bompastor im eigenen Strafraum trat – wie schon gegen Norwegen - Linda Bresonik zur Vollstreckung an. Sicherer als gegen die Skandinavier, aber auch nicht ganz ohne »Herzflimmern«, versenkte die Duisburgerin, die später zum »player of the match« gewählt wurde, den Ball zum 4:0. Erstaunlicherweise gab der weitere Ausbau der Führung nicht den Deutschen weitere Sicherheit, sondern mobilisierte die nimmermüden Franzosen, die trotz des klaren Rückstandes einen deutlich stärkeren Eindruck machten als die Norwegerinnen am Sonntag.

Nach einer Abwehrschwäche im deutschen Team und einem »tödlichen« Steilpass in die Mitte gab Gaetane Thiney der deutschen Torhüterin Nadine Angerer zum ersten Mal in diesem Turnier das Nachsehen und schob den Ball zum 1:4 ins lange Eck. Man weiß nicht genau, was passiert wäre, hätte Thomis fünf Minuten danach etwas genauer gezielt, gefährlich war ihr Schuss, der knapp am linken Pfosten vorbei strich, allemal. Später traf Thiney noch einmal die Latte des deutschen Tores, diesen Ball hätte Angerer allem Anschein nach nicht entschärfen können.

Trotzdem hatte man nie den Eindruck, als könne die deutsche Mannschaft noch in Gefahr kommen, und der nach ihrer Verletzung erstmals wieder eingesetzten Simone Laudehr gelang in der ersten Minute der Nachspielzeit nach schöner Vorarbeit von Birgit Prinz mit einem ebenso schönen »Dropkick« aus sechs Metern der Treffer zum 5:1-Endstand. Deutschland ist damit durch, der Gruppensieg nicht mehr zu verfehlen, und das bedeutet, dass das Viertelfinale gegen den noch zu ermittelnden Zweiten der Gruppe C (im Moment wäre dies Italien) am 4. September in Lahti (15:00 Uhr) stattfindet. Nach den bisherigen Leistungen kann man sicher sein, dass es sich auch bei diesem Match nur um eine Zwischenstation handeln wird.

Vorher muss aber am Sonntag (15:00 Uhr in Tampere) gegen Island gespielt werden. Einerseits wäre dieses Spiel gegen die nach dem 0:1 gegen Norwegen schon ausgeschiedenen Außenseiterinnen eine gute Gelegenheit, den »zweiten Anzug« zu testen, andererseits hat es sich in der Vergangenheit schon häufig als fatal erwiesen, ein eingespieltes Team aus dem Rhythmus zu bringen. Silvia Neid als erfahrene Trainerin wird wissen, wie sie zu entscheiden hat.

Zu den Fotos: Traf zum zweiten Mal vom »Punkt« - Linda Bresonik (FCR 2001 Duisburg) markiert per Handelfmeter das 4:0 gegen Frankreich (oben); So sehen (potenzielle) Europameisterinnen aus - Inka Grings (links) und Kim Kulig bejubeln einen deutschen Treffer (unten)