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  31.08.2009 - Heimdebüt der Landesliga-Damen: Lehrgeld bezahlt  
   
 
Wer beim ersten Landesliga-Heimspiel der ersten Damen-Mannschaft des ESV Herne am Sonntag nach etwa 20 Minuten den Platz verlassen hat, ging mit dem Gefühl, dass die Gastgeberinnen mindestens einen Punkt, wenn nicht gar alle drei, am Stadtgarten behalten würden.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nämlich nur am Aufdruck der Trikots zu erkennen, dass der am ersten Spieltag in Hombruch zu Recht unterlegene ESV heute in rot und der mit 6:1 über Waldesrand Linden hinweg »gefegte« Gast und Tabellenführer von Borussia Dröschede in der üblicherweise von den Hernerinnen getragenen schwarzen Kluft spielte. Die Mannschaft von Mike Nareyka, das merkte man sofort, hatte sich etwas vorgenommen, und die Auftaktphase machte zunächst den Eindruck, als solle dies auch gelingen. Es wurde schnell und flüssig kombiniert, der Gegner kam nur selten an den Ball, und man war eigentlich nicht in Gefahr, in Rückstand zu geraten.

Schon nach 14 Minuten gab es allerdings einen Schock für die Mannschaft, als Banu Bayrak im Mittelfeld von einer Gegnerin etwas rüde zu Boden gestoßen wurde, dabei auch noch unglücklich fiel und nach erstem Anschein die Schulter auskugelte. Laura Raddy musste eingewechselt werden, konnte Banu aber natürlich nicht ersetzen, wie man überhaupt sagen muss, dass den ESV-Damen momentan eine Spielgestalterin fehlt, die den Ball fordert, statt ihn möglichst schnell wieder los zu werden, und die ihn vor allem halten und richtig verteilen kann. Dieses Manko wurde allerdings erst später offensichtlich, nach Banus Ausfall reagierte die Mannschaft mit einem »jetzt erst recht« und ging nach 18 Minuten durch einen Freistoß, den Sabrina Steinbusch getreten hatte, verdient mit 1:0 in Führung.
 
 
Ein Abwehrbein der Dröscheder Mannschaft hatte den Schuss abgefälscht, und die vielleicht etwas klein geratene Torhüterin der Gäste konnte den beinahe unter der Latte einschlagenden Ball nicht mehr parieren. Das Tor hätte eigentlich Sicherheit geben müssen, das Gegenteil war der Fall. Die anfangs von Nadine Reimann gut organisierte Abwehr, in der sich später nur noch die bis zum Abpfiff kämpfende Anika Schneider und - mit leichten Abstrichen - auch Patrizia Mikolajczyk Bestnoten verdienten, wurde leichtsinnig, und so fiel nach 25 Minuten fast schon zwangsläufig der Ausgleich. Nach einer Flanke von der linken Seite schubste Ferdane Sahin an der Strafraumgrenze eine gegnerische Stürmerin unnötigerweise (der Ball war schon weit weg) in den Rücken.

Den fälligen Freistoß verwandelte Dröschede mit einem gut getimten Direktschuss an der Mauer vorbei in die Torwartecke zum 1:1. Tina Sartorius, an deren Leistung es ansonsten nichts auszusetzen gab, streckte sich vergeblich. Danach verflachte das Spiel auf beiden Seiten, keine Mannschaft konnte in den folgenden 15 Minuten wirklich zwingende Möglichkeiten herausspielen. In Minute 40 leisteten sich die ESV-Damen einen schwachen Abschlag, der beim Gegner landete, der spielte sich mit einem Doppelpass bis zu Strafraumlinie vor, und der anschließende Schuss hoch ins rechte Eck war für Tina Sartorius nicht zu halten.

Mit diesem 1:2 ging es in die Halbzeit, danach übernahm Dröschede schnell die Initiative. Aus einer bombensicheren Deckung heraus, in der die Nummer fünf überragend spielte, fast jeden Ball der Gastgeberinnen durch geschicktes Stellungsspiel abfing und sofort meist gefährliche Gegenangriffe einleitete, schnürte man den ESV immer häufiger in der eigenen Hälfte ein. Zwar änderte sich am Spielstand lange nichts, aber das Herner Mittelfeld existierte in Halbzeit zwei praktisch nicht mehr, und so wurde der Druck der Gäste immer stärker. Nach 69 Minuten fiel schließlich das vor entscheidende 1:3, und danach schien kaum noch eine unserer Spielerinnen an die Wende zu glauben, auch wenn Tina Sartorius von hinten immer wieder anfeuerte.
 
 
Sie musste in der 71. Minute einen Freistoß aus etwa 25 Metern – von halbrechts kommend – mit letzten Einsatz über die Latte lenken. Gegen das finale 4:1 in der 78. Minute, als Dröschede die Herner Abwehr mit schönem Direktspiel auseinander nahm und aus 12 Metern ins Tor traf, war auch sie machtlos. Zu allem Überfluss fiel in der Schlussminute auch noch Ferdane Sahin an der Torauslinie auf die Schulter, hoffentlich hat sie sich nicht ähnlich verletzt wie Banu.

Mike Nareyka war mit der kämpferischen Einstellung seiner Mannschaft zufrieden, beklagte aber die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive. »Wir können und müssen weiter lernen und die Spiele gewinnen, die wir gewinnen können. Ein Punkt war heute sicher möglich, wenn wir uns nach dem 1:0 cleverer verhalten hätten. Der Ausfall von Banu Bayrak hat uns natürlich geschwächt. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, noch mal den Ausgleich zu schaffen, was nicht gelang, die beiden Treffer in der Schlussphase waren schon nicht mehr entscheidend. Nächste Woche in Hagen sollte es besser aussehen für uns«.

Immerhin muss man bei der Bewertung der beiden Niederlagen berücksichtigen, dass Dröschede und Hombruch mit jeweils zwei Siegen auf den beiden ersten Plätzen der Landesliga stehen. Der ESV ist momentan Drittletzter, weshalb ein Punktgewinn in Hagen schon wichtig ist, will man nicht allzu früh in den Abstiegskampf verwickelt werden.

Es spielten: Tina Sartorius – Patrizia Mikolajczyk, Anika Schneider, Janina Grzeszik, Ferdane Sahin, Banu Bayrak (14. Laura Raddy / 71. Ramona Werner), Sabrina Steinbusch, Luisa Rotondoro, Anika Wolf, Nadine Reimann, Julia Petar (58. Stina Tonnscheidt)

Zu den Fotos (© Bernd Endberg): Anika Schneider verdiente sich durch kompromisslose Abwehrarbeit die Bestnote im ESV-Team; Nur selten kam Sabrina Steinbusch an ihrer Gegenspielerin vorbei; Der frühe Ausfall von Banu Bayrak schwächte die Herner Mannschaft entscheidend