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  04.09.2009 - EM der Frauen: Titel-Traum lebt weiter  
   
 
Zwei Tore der nach fast vier Jahren »Verbannung« erst vor kurzem in die Frauen-National-Mannschaft zurückgekehrten Inka Grings (FCR Duisburg) jeweils zu Beginn der beiden Halbzeiten und ein unglaublicher Reflex von Torhüterin Nadine Angerer gegen einen Kopfball der italienischen Sturmführerin Patrizia Panico in der zweiten Minute der Nachspielzeit lassen den Traum des Teams von Bundestrainerin Silvia Neid vom fünften EM-Titel in Folge weiterleben.

Vor der enttäuschenden Kulisse von nur 2.500 Zuschauern in der finnischen Langlauf-Stadt Lahti dominierte die deutsche Mannschaft von Beginn an und schockte die defensiv eingestellten Italienerinnen mit dem schnellen 1:0. Schon in der 4. Minute spielte sich Melanie Behringer in halblinker Position durch, setzte Inka Grings in Szene, die ließ mit einer Körpertäuschung ihre Gegenspielerin »alt« aussehen und setzte den Ball – unhaltbar für die gute italienische Torhüterin Anna Maria Picarelli – neben dem linken Pfosten in die Maschen.

Deutschland blieb weiter Spiel bestimmend, schon vier Minuten später verpasste Grings eine schöne Flanke von Linda Bresonik. Kim Kulig hätte in der 17. Minute bereits für einen Ausbau der Führung sorgen können, als sie sich nach einem eleganten Hackentrick von Kerstin Garefrekes den Ball etwas zu weit vorlegte und Picarelli einen Tick eher als die deutsche Abwehspielerin am Ball war. Bis zur Pause war noch häufiger »Alarm« im Strafraum der »Azzurri«, aber irgendwie wollte der Ball wieder einmal sein Ziel nicht finden. Die letzte große Chance vor dem Wechsel vergab Melanie Behringer Sekunden vor dem Halbzeitpfiff, als ihr Passversuch im Strafraum auf die freistehende Birgit Prinz von Picarelli durchschaut und vereitelt wurde.
 
 
Im zweiten Abschnitt musste Abwehrspielerin Ariane Hingst (1. FFC Frankfurt) mit Verdacht auf Meniskus-Einriss in der Kabine bleiben, bestätigt sich diese erste Diagnose, droht ihr eine längere Pause. Sie wurde durch Sonja Fuss ersetzt, Neid brachte außerdem Simone Laudehr für Bianca Schmidt, und die erst im Laufe des Turniers erstmals wieder eingesetzte Duisburgerin führte sich gleich prächtig ein.

Gerade zwei Minuten waren gespielt, als sie sich auf der linken Seite in der Nähe der Torauslinie durchspielte, ihre scharf nach innen gezogene Flanke fand Vereinskameradin Inka Grings, die mit einem technischen Kabinett-Stückchen aus etwas fünf Metern den Ball vom rechten Fuß in rechte lange Eck springen ließ. Mit dem 2:0 schien die Partie gelaufen, doch Italien spielte nun »Alles oder Nichts« und hatte nach 63. Minuten Erfolg. An Deutschlands linker Strafraum-Ecke ließ sich die ansonsten erneut stark spielende Kim Kulig von Italiens Spiel- und Sturmführerin Patrizia Panico »vernaschen«, und die bis dahin wenig geprüfte Nadine Angerer hatte gegen den platzierten Schuss aus 13 Metern keine Abwehrchance.

Deutschland schlug zurück, Birgit Prinz, die in der 82. Minute ausgewechselt wurde, hatte zwei gute Einschuss-Möglichkeiten, die die mehrfach über sich hinaus wachsende Piccarelli ebenso zunichte machte wie einen tollen Schuss von Inka Grings in der 79. Minute. Nach der anschließenden Ecke schickte Simone Laudehr einen »Hammer« Richtung italienisches Tor, an dessen Entschärfung sich auch die starke Torhüterin vergeblich versucht hätte, doch verfehlte der Ball das Gehäuse der »Squadra Azzurra« knapp. Die Reporter zogen bereits Bilanz und schwadronierten über den Halbfinalgegner, als Italien in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch einen letzten Verzweiflungs-Angriff startete.

Von der rechten Seite flog der Ball in den deutschen Strafraum, Panico hechtete sich in die Flanke und brachte sie präzise auf das deutsche Tor, doch Nadine Angerer riss die Fäuste hoch und lenkte den Ball reflexartig über die Latte. Nach der anschließenden Ecke war´s vorbei, Deutschland steht im Halbfinale und trifft dort – wie schon im ersten Gruppenspiel – auf Norwegen, dass Nachbar Schweden am Abend klar beherrschte. Das spielt wird am Montag (18:00 Uhr) in Helsinki ausgetragen, zeitgleich ermitteln England (3:2-Sieger über Gastgeber Finnland) und die Niederlande (5:4 nach Elfmeterschießen gegen Frankreich) den anderen Endspiel-Teilnehmer.

Man darf davon ausgehen, dass die deutsche Mannschaft gegen die Skandinavierinnen nicht noch einmal so leicht gewinnt wie beim 4:0 in der Vorrunde, aber Favoriten sind die Deutschen auch ohne Ariane Hingst allemal.


Zu den Fotos: Fast das gesamte deutsche Team bejubelt den Treffer von Inka Grings (oben); Alle Hände voll zu tun haben die beiden Duisburgerinnen Annike Krahn (links) und Linda Bresonik mit Italiens Star-Angreiferin Patrizia Panico