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  10.09.2009 - Kantersieg zum fünften »Euro-Titel« in Folge  
   
 
Mit der besten Leistung des gesamten Turniers holte sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft am frühen Donnerstagabend in der finnischen Hauptstadt Helsinki zum fünften Mal in Folge und zum siebten Mal seit 1989 den Titel eines Europameisters. Gegen die besonders in der ersten 50 Minuten enorm starken Engländerinnen siegte das Team von Bundestrainerin Silvia Neid am Ende mit sage und schreibe 6:2, erteilte den »Three Lions« damit eine echte Lektion und blieb im 26. EM-Spiel in Folge ungeschlagen.

Schon nach vier Minuten hätte Deutschland in Führung gehen können, als sich Birgit Prinz durchgespielt hatte und im Strafraum zu Fall gebracht wurde, doch der eigentlich fällige Strafstoß wurde der Frankfurterin verwehrt. England hielt dagegen, nur fünf Minuten später stricch ein Freistoß von Williams aus 25 Metern knapp am deutschen Tor vorbei. Es dauerte dann schließlich doch bis zur 20. Minute, ehe die »Schwarz-Rot-Goldenen« endlich in Führung gehen konnten. Nach brillanter Vorbereitung von Kim Kulig und einem »blinden« Pass von Inka Grings in den Lauf schaffte Birgit Prinz ihr erstes Turnier-Tor.

Für die 31-Jährige war der persönliche Erfolg allerdings zweitrangig, wie sie unmittelbar nach dem Spiel im Interview sagte: »Ich wäre auch glücklich, wenn ich heute kein Tor geschossen hätte, und ich glaube, ich habe auch nicht besser gespielt habe als gegen Norwegen oder Schweden, nur weil ich Tore gemacht habe«. Ein bemerkenswertes Statement für eine Sturmführerin, die doch scheinbar immer unter Erfolgszwang steht.

England war keineswegs geschockt, schlug sofort zurück, und Annike Krahn musste praktisch im direkten Gegenzug einen gefährlichen Schuss zur Ecke abblocken. In der unmittelbar anschließenden Szene ging Deutschland dennoch mit 2:0 in Führung. Melanie Behringer bekam kurz hinter der Mittellinie den Ball, lief noch ein paar Schritte und drosch den Ball dann aus ungefähr 35 Metern den Ball Richtung englisches Tor. Die englische Torhüterin Rachel Brown stand vielleicht ein bisschen weit vor ihrem Kasten, aber der Ball von Behringer passte auch wirklich perfekt ins obere linke Dreieck.
 
 
Der scheinbar sichere Vorsprung aber war zwei weitere Minuten später schon wieder dahin, als Kelly Smith im deutschen Fünf-Meter-Raum gleich vier Abwehrspielerinnen aussteigen ließ und Karen Carney ihren Querpass mühelos zum 1:2 einschoss. Und wer weiß, ob das Spiel nicht vollends »gekippt« wäre, hätte nicht Melanie Behringer in der 36. Minute einen Kopfball von Kelly Smith von der Linie geholt. Letzter »Aufreger« vor dem Wechsel war eine Chance von Inka Grings in der 39. Minute, als die Torschützen-Königin der EM den Ball – allerdings aus Abseitsposition – den Ball über das englische Tor hob.

Die zweite Hälfte begann mit druckvollem deutschen Spiel. In der 50. Minute hatte Birgit Prinz bereits die Erhöhung auf dem Fuß, doch eine englische Abwehrspielerin rutschte in letzter Sekunde in ihren Schuss. Den anschließenden Eckball bekamen die Engländerinnen einfach nicht aus der Gefahrenzone, und es war schließlich die erst 19-jährige Kim Kulig, die ihn aus etwas acht Metern hoch oben in den linken Torwinkel schoss und damit ihre exzellenten Vorstellungen während des gesamten Turniers krönte. Wer geglaubt hatte, dass dies nun doch die Entscheidung sein müsse, wurde schnell eines Besseren belehrt. Nur fünf Minuten später bekam Kelly Smith an der Strafraumgrenze den Ball, ließ die ansonsten eigentlich stets zuverlässige Annike Krahn ziemlich »alt« aussehen und anschließend Nadine Angerer mit einem satten Schuss ins lange Eck keine Abwehrschance.

In der 60. Minute kam Celia Okoyino da Mbabi für Melanie Behringer, später wurde auch noch Kerstin Garefrekes durch Lira Bajramaj ersetzt. Zuvor aber hatte die wie Birgit Prinz für den 1. FFC Frankfurt spielende Garefrekes, die während des Turniers ihren 30. Geburtstag feierte, die Flanke von rechts auf den Kopf von Inka Grings gegeben, die Alice Brown erneut »kalt« erwischte und den Ball zum nun wirklich vor entscheidenden 4:2 unter die Latte köpfte.

Elf Minuten später war es erneut die ebenfalls 30-jährige Duisburgerin, die nach tollem Zusammenspiel mit der überragenden Birgit Prinz auf 5:2 (73.) erhöhen konnte, und noch einmal drei Minuten später wiederholte das Duo – dieses Mal mit umgekehrter Rollenverteilung – seine erfolgreiche Kooperation, und Birgit Prinz schoss aus dem rechten Fußgelenk – fast wie im Training – zum finalen 6:2 ein. »Wir haben eine Stunde lang gut mitgespielt« resümierte die enttäuschte Engländerin Kelly Smith im Interview nach dem Spiel, »aber dann haben wir den Faden verloren, und die deutsche Mannschaft hat das gnadenlos bestraft«. Eine Spielanalyse, der man sich vorbehaltlos anschließen kann. Am morgigen Freitag wird der alte und neue Europameister bei der Rückkehr nach Deutschland am Frankfurter Römer empfangen und geehrt.

Deutschland spielte mit: Nadine Angerer – Linda Bresonik, Annike Krahn, Saskia Bartusiak, Babett Peter, Kim Kulig, Simone Laudehr, Kerstin Garefrekes (83. Fatmire Bajramaj), Birgit Prinz, Melanie Behringer (60. Celia Okoyino da Mbabi), Inka Grings