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  12.09.2009 - U 17 II – Die wahrscheinlich unnötigste Niederlage der Welt  
   
 
Es gibt »Duplo«, laut Werbung die »wahrscheinlich längste Praline der Welt«, und es gibt die 1:2-Schlappe der U 17 II des ESV Herne am Samstag bei Victoria Habinghorst, die »wahrscheinlich unnötigste Niederlage der Welt«. Es ist kein Geheimnis, dass ich ein Fan dieser Mannschaft bin, aber was sie heute in Castrop-Rauxel ablieferte, kann einen wahrlich nicht fröhlich stimmen.

Ich habe selten ein Mädchen- oder Damen-Fussballspiel gesehen, in dem eine Mannschaft 70 bis 75 % Ballbesitz hat – und trotzdem als Verlierer vom Platz geht. Natürlich kann man zur Erklärung anführen, dass man ohne die als »Ballschlepperin« eminent wichtige Esra Özdemir (Schulausflug), mit nur einer Auswechselspielerin und insgesamt vier angeschlagenen Akteurinnen einige Handicaps mitbrachte, doch als Entschuldigung kann man als dies einfach nicht gelten lassen. In der Vorschau hatten wir bereits gemutmaßt, dass die Abwehr der entscheidende Faktor sein würde, und genau da stand mit Janina Reinke die am meisten gehandicapte Spielerin im Zentrum.

Schon in der 3. Minute leistete man sich die erste Unachtsamkeit, doch konnte Verena Gretschel den Patzer ihrer Vorderleute ausbügeln und den vom linken Pfosten zurückspringenden Ball unter Kontrolle bekommen. Nach diesem »Schreckschuss« dominierte der ESV, Vivian Gaj, die wieder mit von der Partie war, ließ in der 7. Minute eine erste »Warnung« Richtung Victoria-Tor los, doch war der Schuss insgesamt zu harmlos. Mehr Gefahr für die Gastgeberinnen bedeuteten da schon die Eckbälle von Elena Gerswald, beim ersten in der 9. Minute fehlte der »Vollstrecker« am langen Pfosten, beim zweiten – vier Minuten später - »tanzte« der Ball auf der gegnerischen Torlinie, bevor er heraus geschlagen werden konnte.
 
 
Die ESV-Mädchen setzten sich in der Hälfte von Habinghorst fest, wurden aber mit zunehmender Spielzeit zu sorglos und kassierten prompt das 0:1. Etwa 30 Meter vor dem eigenen Tor ließ sich Sabine Reinhold von ihrer Gegenspielerin abschütteln, die ging auf’s Herner Tor zu und spitzelte den Ball an der heraus stürzenden Verena Gretschel vorbei ins Netz. Es sprach zu diesem Zeitpunkt für das ESV-Team, dass niemand meckerte und alle da weitermachten, wo man vor dem Gegentreffer aufgehört hatte. Nur wenig später schoss Vivian Gaj einen Freistoß aus 25 Meter hoch Richtung Habinghorster Tor, doch die nicht sonderlich große Torhüterin stand richtig und hielt den Ball sicher.

Einige Minuten darauf fing »Vivi« einen schwachen Abstoß ab, umspielte drei Gegnerinnen, hatte dann aber keine Kraft mehr und konnte deshalb nicht erfolgreich abschließen. In der 32. Minute leistete sich die Defensive den zweiten Riesen-Schnitzer. 20 Meter vor dem Tor blieb die ausgespielte Melanie Ranzow einfach stehen, ihre Gegenspielerin traf beim Torschuss nicht einmal richtig, doch so lang sich Verena Gretschel auch machte, sie kam nicht an den Ball. Der touchierte kurz den Innenpfosten, rollte dann noch ein Augenblicke die Linie entlang, bevor er sich entschloss, sie zum 2:0 für Habinghorst zu passieren. Kopfschütteln an der Linie, unglaublich, wie eine so spielbestimmende Mannschaft sich so vorführen lassen konnte.

Nach der Halbzeit blieb Janina Reinke zunächst draußen, wurde durch Charlina Kilian ersetzt, die auf der linken Seite ein paar nett anzusehende Dribblings ansetzte, die aber (leider) überwiegende ohne Effekt blieben. Dennoch hätten Anschlusstreffer und Ausgleich schon nach zehn Minuten gefallen sein müssen. Zunächst verzog Elena Gerswald nach einer schönen Einzelleistung aus halbrechter Position links am Tor vorbei, dann spielte sich Vivian Gaj durch die komplette Abwehr und hätte nur noch einzuschieben brauchen, leistete sich stattdessen aber einen Press-Schlag mit der gegnerischen Torhüterin und ließ auch diese Chance ungenutzt. Wenig später schien sie es besser zu machen überlistete aus kurzer Distanz die Castroper Torsteherin, doch der Ball landete am Pfosten und sprang nach außen weg.

Als man schon fast nicht mehr daran glauben mochte, fiel in der 70. Minute doch noch der Anschlusstreffer. Nach einem Eckball von rechts wurde der Ball zu kurz abgewehrt, Hellen Ludwig, in einer insgesamt nicht sehr starken Mannschaft noch eine der Besten, stand goldrichtig und schoss aus sechs Metern hoch ins Tor. Eigentlich hatte man in den verbleibenden zehn Minuten noch einmal ein Anrennen des ESV erwartet, doch spielte man schon im Mittelfeld zu ungenau, ließ sich auf unnötige Zweikämpfe ein und hatte letztlich keine zwingende Ausgleichschance mehr.

Schade, wirklich schade, aber diese Niederlage hat sich die Mannschaft selbst zuzuschreiben. Und besonders tragisch war, dass Jana Zimmermann nach dem einzigen rüden Foul des gesamten Spiels Sekunden vor Schluss noch am Knöchel verletzt wurde und im Krankenhaus behandelt werden musste. Erste Diagnose: Bänderdehnung. So blieb als einzig positiver Aspekt in diesem Spiel: Man hat gesehen, dass man auch in dieser Altersklasse mehr als nur mithalten kann. Eine Verbesserung der Abwehrarbeit, eine bessere Verwertung der Torchancen und vielleicht ein bisschen mehr Kampfgeist – und schon wird diese Mannschaft in Zukunft nur schwer zu schlagen sein!