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  19.09.2009 - U 17 II: Oma Regine muss »bluten«  
   
 
Da hat sich Oma Regine aber auf etwas eingelassen: Zwei Tore im Spiel gegen den Erler Spielverein 08 e.V. hatte ihre Enkelin Hellen ihr beim Frühstück versprochen. Für den Erfolgsfall versprach ihr die Oma im Gegenzug einen »Fünfer« pro Treffer, und nach den achtzig Minuten am Samstagmittag am Stadtgarten muss die nun richtig »bluten«, denn Hellen traf beim standesgemäßen 10:0-Sieg der U 17 II des ESV Herne gegen die überforderten Gelsenkirchenerinnen gleich vier Mal ins gegnerische Netz, machte auch sonst ein erstklassiges Spiel und verdiente sich so den inoffiziellen Titel des »Player of the match«.

In der Torausbeute übertroffen wurde sie allerdings noch von Vivian Gaj, unsere Spielmacherin machte sogar fünf »Buden« und hatte zudem noch Gelegenheit zu einigen weiteren. Hätte sie ihren immer noch gelegentlich zu Tage tretenden »Eigensinn« ein bisschen eher in den Griff bekommen, wäre sie mit Sicherheit auch eine würdige »Spielerin des Tages« gewesen. Leider erinnerte sie sich erst Mitte der zweiten Hälfte, dass man auch die besser stehende Mitspielerin mal anspielen kann, und plötzlich wurde sie auch ihrer Rolle als Spielgestalterin (und nicht nur als Torjägerin) wieder gerecht.

Weniger Quantität, dafür aber eine unglaubliche Qualität beim Abschluss hatte Lisa Engwer, die kurz vor dem Halbzeitpfiff ein Tor vom wirklich »Allerfeinsten« erzielte. An der linken Ecke des gegnerischen Strafraums nahm sie zunächst einen hohen Pass technisch absolut sauber an, ließ mit einer vorbildlichen Körpertäuschung ihre Gegenspielerin aussteigen und hämmerte dann den Ball mit einer Wucht in den oberen rechten Torwinkel, wie ich sie von Lisa noch nie zuvor gesehen habe. Wäre eine Kamera vor Ort gewesen, man hätte diesen Treffer ohne weiteres zur Vorauswahl beim »Tor des Monats« einreichen können. Dafür verdient Lisa wirklich ein Sonderlob.

Ein großes Lob verdient allerdings das gesamte Team, in dem Jana Zimmermann wegen Verletzung und Vanessa Konieczny wegen privater Verpflichtungen fehlte. Dafür waren Esra Özdemir – wenn auch leicht angeschlagen – und Anika Hinz wieder mit dabei, und die in der letzten Woche gesundheitlich stark beeinträchtigte Janina Reinke bot wieder ihre gewohnte läuferische Klasse und gab der Abwehr damit den notwendigen »Grundhalt«. Verena Gretschel kam sich vor wie zu besten U 13-Zeiten, als sie manchmal ein ganzes Spiel lang nicht einen Ball halten musste. Ihre erste Ballberührung hatte sie in der 42. (!) Minute, also bereits nach dem Wechsel, und ihr einziger Kontakt mit der roten Spielfläche resultierte aus einem »Ausrutscher« nach einem Abschlag, bei dem sie auf dem Hinterteil landete. Immerhin lohnt es sich wenigstens, nun den Dress zu waschen.
 
 
Nur acht Minuten – und damit weniger als die ansonsten üblichen zehn – brauchte die Mannschaft, in der auch Dirk wegen eines Angelurlaubs in Norwegen an der Linie fehlte, um in Führung zu gehen. Vivian Gaj fing einen zaghaften Angriffsversuch der Gäste ab, umkurvte eine Gegenspielerin uns schoss aus etwa acht Metern unbedrängt ein. Keine 60 Sekunden später war die Partie schon gelaufen, als Hellen Ludgwig kurz nach dem Anstoß auf dem rechten Flügel den Ball bekam, aus dem Lauf zu flanken versuchte und daraus einen beinahe unhaltbaren Torschuss hoch ins obere rechte Eck machte. Da konnte Oma Regine das Portemonaie in der Handtasche schon mal suchen.

Die ESV-Girls hatten nun »Betriebstemperatur«, nur weitere Treffer wollten in den nächsten Minuten nicht fallen. Die einzige gute Parade des gesamten Spiels zeigte die vor allem bei flachen Bällen extrem schwache Erler Torhüterin bei einem Gewaltschuss von »Vivi« (16.), den sie gekonnt zur Ecke abwehrte. In der 23. Minute aber war auch sie machtlos, als Vivian nach schöner Vorarbeit von Esra auf 3:0 erzielte. Wenn man überhaupt etwas kritisieren muss, dann das nicht wirklich schön anzusehende »Gekicke« nach diesem Tor bis kurz vor der Halbzeit, aber vielleicht muss man einer so jungen Mannschaft, noch dazu bei diesen Temperaturen, eine solche »Auszeit« auch einmal zugestehen.

Mit dem bereits ausführlich beschriebenen »Traumtor« von Lisa war der 4:0-Halbzeitstand hergestellt, bei der »Pausenansprache« wies Ralf zu Recht noch einmal auf die Schwäche der Torhüterin hin und verlangte mehr Flachschüsse, war ansonsten aber mit der Mannschaft sehr zufrieden.

Nur fünf Minuten dauerte es in Durchgang zwei, bis das nächste Tor fiel, und danach musste Oma Regine endgültig »in den Kittel«. Nach einem Alleingang wurde »Vivi« am Fünf-Meter-Raum zu Fall gebracht, der gut leitende Schiedsrichter zögerte nicht und zeigte auf den »Punkt«. Hellen nahm sich das Leder und schoss eiskalt ins linke Eck, ein weiterer Beweis dafür, wie gut sie und die Mannschaft heute »drauf« waren. Zwei Minuten später hätte Lisa fast ein weiteres Klassetor erzielt, ihr (beinahe) schulmäßiger Kopfball nach Flanke der unermüdlichen Hellen strich nur knapp über den gegnerischen Kasten.

Irgendwann so um die 55. Minute, als Vivian nach kluger Vorarbeit von Hellen das 6:0 erzielt hatte, gab Erle den Widerstand beinahe auf, und hätte sich das Sturmtrio nicht einige Minuten lang im Auslassen bester Chancen selbst übertroffen, es wäre ein echtes »Desaster« für die Mädels aus der Nachbarstadt geworden. In der letzten Viertelstunde erwachte dann doch noch mal der Ehrgeiz, den angepeilten zweistelligen Sieg vielleicht noch zu erreichen. In Minute 66 traf Vivian aus kurzer Distanz zunächst nur den Pfosten, eroberte ihn zwei Sekunden später zurück, drehte sich kurz, und die Kugel zappelte zum 7:0 im Netz.

Fünf Minuten später gab es eine feine Stafette von »Vivi« über Lisa zu Hellen, die der Oma noch fünf weitere Euro aus der »Patte« nahm und zum 8:0 vollendete, zwei Minuten vor Schluss waren dann insgesamt sogar 20 Euro fällig, als sie einen langen Ball von Vivi – fast auf der Linie, aber nicht im Abseits stehend – locker »abstaubte«. Den Schlusspunkt zum keineswegs unverdienten 10:0 setzte Vivian eine Minute vor Schluss nach einem Alleingang.

Nachdem fast immer nur von diesen Spielerinnen die Rede war, ist auch noch wenigstens ein Satz über Charlina Kilian zu verlieren, die mit tollen Dribblings die Zeit des Ballbesitzes für ihre Mannschaft erheblich verlängerte. Dass es gelegentlich mit dem Abschluss nicht so klappte, wie sie selbst es sich gewünscht hätte, liegt an fehlender Kraft, aber die kann man durch konzentriertes Training ja durchaus heran bilden. Also, Charlina, nicht aufgeben, es wird schon, die Leistung heute war jedenfalls klasse.

Es spielten: Verena Gretschel – Lisa Engwer (1), Jana Eismann, Hellen Ludwig (4), Kyra Kuntz, Charlina Kilian, Vivian Gaj (5), Sabine Reinhold, Silvia Linne, Esra Özdemir, Janina Reinke, Anika Hinz

Foto: Hellen Ludwig schoss vier Tore gegen Erle.